26. September 2008
Abwesenheit beginnt.
Fastenzeitähnlich werde ich meinen Laptop für die nächsten 14 Tage abschalten und mich Richtung Norden auf den Weg machen. Salzluft atmen, über das Meer schauen, Gedanken ordnen und mich dem Wind anvertrauen.
In der Zwischenzeit hinterlasse ich hier ein vielleicht unbemerktes Datenloch.
Ebenfalls in der Zwischenzeit wird eine sehenswerte Ausstellung im Kunstverein Wolfsburg eröffnet. „GEORGE CUP & STEVE ELLIOTT – BLACKED OUT/THE FRENCH COLLECTION RETROSPECTIVE“, die Fiktion eines Künstlerduos, mit der der Wahrheitsgehalt der uns umgebenden Welt um ein Stück weiter zur Diskussion gestellt wird.
Existiert dieser Blog nach meiner Rückkehr noch, werde ich ihn weiter mit den Teilen meines Lebens beleben, die sich der Kunst verschrieben haben.
Wem das zu pathetisch klingt, dem sei einfach gesagt: Ich bleibe dran.
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Eröffnung, Kunstverein Wolfsburg, Künstlerleben |
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Verfasst von veitraum
25. September 2008

Holz, Steine, Acryl auf Filz
Ursprünglich als Bodenarbeiten zur Ergänzung von ausgespielt für die Ausstellung in Magdeburg entstanden, haben sie sich mittlerweile zu eigenständigen Arbeiten entwickelt, die auch an der Wand befestigt werden können.
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Ateliereinsichten, Künstlerleben |
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Verfasst von veitraum
24. September 2008
Acht rechteckige Kästchen haben sich mit weißer Kontur auf dem sonnenbeschienen Asphalt platziert. Um diese Anordnung häufen sich Schultaschen und abgelegte, abgeworfene Jacken.
Kinderlachen erfüllt den Raum, wie hier auch äußerste Konzentration spürbar ist. Steine werden in die Kästchen geworfen, überhüpft. Gemeinsamkeit geprobt im Spiel, bis die Mütter zum Essen rufen.
Ausgespielt, mit Spannung warten auf den nächsten Tag, auf die nächste Spielzeit zwischen Schulschluß und Mittagessen.
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Spielzeit |
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Verfasst von veitraum
10. September 2008

Wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein
Stein des Anstoßes
Spielsteine für „Himmel und Hölle“
Steine im Weg
für Sisyphos zu klein
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Ateliereinsichten, Künstlerleben |
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Verfasst von veitraum
5. September 2008
Transit nach Westberlin. Viel besungen, mir fallen von den vielen schnell 3 Namen ein, Klaus Lage, der zu einem Konzert aus Berlin zu spät kam, BAP, die ihre Konzerttournee abgesagt hatten, Udo Lindenberg, mit seinem Sonderzug nach Pankow. Eigene Erinnerungen mischen sich mit hinein, André Hellers Feuertheater am 7. Juli 1984. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, ja auch „Heroes“ von David Bowie kommen noch dazu.
Danach noch oft gefahren, jetzt wieder. Dreispurig auf der A7. An den LKWs vorbei, die die rechte Spur Richtung Osten belegen. Einfach fahren, grenzenlos.
Ziel, Schaubühne. Endlich ein Tanzstück von Sasha Waltz sehen. Sprachlos sitzen, die 90 Minuten ziehen wie im Flug vorbei. Grandioser Applaus für ein grandioses Stück Tanztheater. Am Schluss der Blick in die strahlenden Gesichter der Tänzer, geschafft, der Lohn für die Anstrengung. Applaus, der nicht enden möchte. Berlin, eine Reise wert, gerade heute.
Die Schaubühne der richtige Ort für diese Stücke, die hier entstanden sind. Der Bühnenraum aus nacktem Beton, der Boden auf der Höhe, auf dem die Tribüne für die Zuschauer erwächst. Blick auf die Schritte, die Füße, die Choreographie.
Noch einen kleinen Kaffee vor der Rückfahrt. Mit der U-Bahn zum Auto, raus aus der Stadt, Transit.
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Berlin, Tanz, Transit |
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Verfasst von veitraum
1. September 2008
Das Genie beherrscht das Chaos. Bis zu einem gewissen Punkt gelingt mir das auch, doch gibt es diesen Punkt, an dem jeder Schritt zum Wagnis wird, die Konzentration nur noch auf das Umräumen gerichtet ist. Ist dieser kurz vor dem Überschreiten, mache ich mich dann doch daran, die betretbaren wie auch die für die Ablage bestimmten Flächen frei zu räumen.
So ist es nun passiert, nach vielen Tagen, in denen jeder Arbeitsgang im Atelier weitere Flächen zuwucherte, das Vorige unter sich begrub, verlorenes zu Tage führte, habe ich mich daran gemacht, für das Weiterarbeiten Platz zu schaffen. Und siehe da, die Schwerkraft hat keine Chance mehr Aufgetürmtes in die wenigen, noch freien Wege zu schieben.
Das Einrichten zwischen diesen beiden Zuständen hält für mich das Leben in Gang. Auch das flache Land ist ohne das Spüren der Berge, das Neue ohne das Wissen um das Alte nicht denk- und auch nicht lebbar.
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Verfasst von veitraum