Inspiration

29. Oktober 2008

Wieder einmal im Auto auf der Autobahn schießt mir ein Satz durch den Kopf, den ich vor einigen Wochen in einem Roman gefunden habe, der einem bekannten Künstler zugeschrieben wird, dessen Name mir wieder entfallen ist: „Der Amateur sucht nach Inspiration, ich mache mich an die Arbeit“.

Kann der gute Mann (der Ausspruch wirkt männlich) aus seinem Elfenbeinturm heraus ohne jeglichen Anstoß von aussen Arbeiten schaffen, die mehr als seine Qualität als Handwerker bezeugen? Fliegen ihm durch eine Heerschar Assistenten die Ideen zu, die er dann in seiner Arbeit auswertet und zur Ausführung wieder denselben übergibt?

Egal wie die imaginären Antworten ausfallen. Nach meiner Meinung benötigt jeder eine wie auch immer geartete Inspiration, egal aus welchem vermeintlichen Status heraus er sich an seine Arbeit begibt.

Aus dem Auto gestiegen, ist haben die Geschäfte bereits geschlossen. Die Dämmerung ist der Dunkelheit gewichen. Trotzdem ist die Schalterhalle einer Bank in Braunschweig prall gefüllt mit Stimmengewirr und der Vorfreude auf einen Konzertabend mit Perkussion. Die Musiker-Initiative Braunschweig  hat eingeladen und Herman Kathan’s Busch-Werk spielt auf, begleitet von den Gästen Trilok Gurtu aus Indien, Famoudou Konaté aus Guinea, Jonas Hellborg aus Schweden und Nippy Noya aus Indonesien, einen Meilenstein der Perkussions-Geschichte, wie es in der Ankündigung hieß.

 Inspirieriert von der Musik der Welt und der Lebensräume der Protagonisten wird ein Klangraum geschaffen, der selbst für mich als Wenigkenner dieser Musik erkennen läßt, dass hier wahre Meister am Werk sind. Meine Begeister- und Bewunderung für diese wundervollen Musiker läßt sich nicht in Worte fassen.

Einfach wirken lassen, mehr nicht.


Ateliereinsichten (43. Woche)

21. Oktober 2008

Was spielt sich Neues ab?

Das Atelier füllt sich mit Sammelgut materieller und fotografischer Art.

Vorne links ist ein Entwurf zu sehen, der in der Ausarbeitung eine Fläche von ca. 6 Quadratmetern einnehmen wird. Es handelt sich um einen Teil aus der Installation mit dem Arbeitstitel „BUNKERWÜRMER“.

Was sich dahinter verbirgt? Auch davon gilt es in der Zukunft zu berichten.


aufgetaucht

13. Oktober 2008

Wieder dahoam in meiner Melodie, sang Konstantin Wecker vor vielen Jahren bei seiner Rückkehr aus der Toskana.

Wieder Auftauchen nach 14 Tagen.

Das Geräusch der Brandung, das immer und überall zu hören war, habe ich bereits bei der Abfahrt vermisst. Die Strände in der Schulferienzwischenzeit wie leergefegt, keine deutschen Zeitungen in den Regalen, alle Verbindungen für diese Zeit getrennt.

Zu einem Bad in der herbstlichen Nordsee habe ich mich trotz aller Begeisterung nicht verleiten lassen. Am letzten Tag habe ich es aber gesehen, dass es möglich ist. Ein älteres Paar stürzte sich nackig, nachdem sie mit ihrem Auto bis an die Wassergrenze gefahren sind, in die Brandung und tauchte daraus auch wieder lebend hervor. Das war für mich fast unbegreiflich.

Auf langen Strandspaziergängen füllten sich die Taschen mit allerlei Strandgut. Links das Zerbrechliche, Muscheln und geschliffene Glasscherben. Rechts Steine, wobei mich einige eng an die Arbeiten eines von mir geschätzten, in Wuppertal lebenden Künstler erinnern. 

                                               

Das Festigen der eigenen künstlerischen Position spielt sich im Kopf ab. Neue Ideen verdichten sich fast bis über die Planungsphase hinaus. Neue Räume gestalten sich mit atemberaubender Geschwindigkeit und warten auf Umsetzung.

Es geht los. Die Arbeit kann beginnen.