Blick hinein – 35. Woche

25. August 2009

Die Miniaturisierung setzt ein. Die ersten 10 von annähernd 800 Stühlen im Maßstab von 1 zu 50 haben sich aufgereiht.

Die Augen werden schlechter und kein Assistent in Sicht.

35te

Beim Blättern durch diese Seiten fällt mir auf, dass die Stühle eine größere Rolle in meinen Arbeiten spielen, als mir bisher bewußt war.


Blick hinein – 34. Woche

24. August 2009

Der Blick hinein folgt diesmal keinem Blick durch das Objektiv. Es geht hinein in das Denken, in die Beschäftigung mit den Ideen, die sich weiter auf die Papiere, in die Fingerspitzen drängen, die die richtigen Punkte auf der Tastatur treffen, um die Mitteilung verständlich erscheinen zu lassen.

Wie sehr hat dieses Medium das Arbeiten verändert. Habe ich in der Vergangenheit noch Bilderchen von fertigen Arbeiten auf Papiere geklebt, mühsam beschriftet, ist nun doch einiges an Arbeit fortgefallen, dafür auch Neues aufgetaucht. 

Auch kommt es immer wieder vor, dass durch die Möglichkeiten, die dieses Medium bietet, festgestellt werden muss, dass die eigenen Gedanken nicht nur die eigenen sind, sondern viele in die selbe Richtung schauen, arbeiten. Ich frage mich dann immer, ist es hinderlich dieses zu wissen, oder sollte ich mich davon nicht beeinflussen lassen, doch ist schon das Wissen darum Beeinflussung. Denke aber einfach weiter zu arbeiten in die Richtung, die mir die Beschäftigung mit den eigenen Ideen vorgeben. Den eigenen Weg weiter beschreiten, dann auch gegen die Unbilden der Klüngelei, die mich im Zuge von Wettbewerben doch manchmal zweifeln lassen, ob das Hinaustragen der Ideen auf diesem Wege zum Ziel führen oder ob beharrliches Umschmeicheln von Entscheidungsträgern nicht hilfreicher wäre.

 Raus aus meiner Haut möchte ich dann aber doch nicht, denn am Ende glaube ich daran, dass der eingeschlagene, schwierigere Weg  die Ideen sich am Besten entwickeln läßt und dadurch auch das Spiegelbild weiter grüßt.


Grubengeschichte VII

20. August 2009

Während ich mir den salzigen Geschmack von der Oberlippe lecke, starre ich unverwandt in den Himmel, in die Richtung aus der ich hoffe, dass sich die Wolkentürme im Laufe der Zeit, die ich hier mitten auf dem abgeernteten Feld stehe, die nackten Fußsohlen von den Resthalmen der Kornstängel aufgespiesst, auftürmen und mich mit einer Flut kühlender Nässe umströmen.

Die Stille, die überall herrscht ist der Hitze geschuldet, die auf der Stadt lastet und die sich die Menschen wieder wünschen, wenn der Regen nach drei Tagen nicht aufgehört hat und die feuchte Kälte sich festsetzt.

Mir fällt Tamara Danz ein, die eine andere Flut besang, doch wunderschön: 

Flut, bitte komm, Flut
kühl mich, spül mir das Salz von der Haut.
Flut, bitte komm, Flut
nimm mich mit, trag mich hier raus. 

Mit hölzernem Getöse ergießt es sich in die Grube, sie läuft voll, die Wellen rauschen an den Strand, darüber hinaus, in einem irrsinnigen Strudel verschwindet der ganze Spuk als wäre es nie passiert.

Am Rand der Grube stehend deutet nichts mehr darauf hin. Alles glänzt, alles ist sauber und von irgendwoher ist noch ein Stück Musik zu hören….Flut….


Blick hinein – 33. Woche

17. August 2009

Die Tage vergehen, werden kürzer, die Sonne brennt vom Himmel und ich ducke mich vor dieser Tastatur und schreibe mir mit neuen Ideen die Fingerkuppen platt. Doch auch das muss sein, aufschreiben, mitteilen.

So bleibt er aus der Blick hinein und wird zum Blick darauf, ein Blick auf eine Spielerei, die ich mir vor einiger Zeit angewöhnt habe und die keine Frucht vor mir sicher macht, die abgeschnitten, in ihrem Lebensraum aus einer Blüte entstanden, nun zwischen einem Stück Papier und einem Gegenstand gequetscht ein neues Bild ergibt.

Quetschung


denke positiv

13. August 2009

Fänger

Ich hatte die gesamte Zeit ein anderes Bild von diesem Betonklotz aus dem die Hand mit dem Stuhl ragt.

„Was machst du da? Versucht sich da ein Ertrinkender zu retten?“

Als ich diese Fragen hörte, wurde ich um viele Jahre zurückversetzt, in einen Klassenraum mit pubertierenden Schülern und einer Englischlehrerin, von der mir ein Ausspruch ständig gegenwärtig ist.

„Think positive!“

Schon wird aus dem Ertrinkenden ein Fänger, aus dem ausgeliefert sein etwas Aktives.


Blick hinein/hinaus – 32. Woche

8. August 2009

32te

Mindestens 30° Celsius brachten mich auf den Gedanken den richtigen Zeitpunkt erreicht zu haben, den Beton mit der Hand anzurühren. Der Blick wird somit ins Freiluftatelier gelenkt werden.

Die Arbeit konnte ich fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit erledigen. Der Ort wirkte wie ausgestorben, denn wer es schaffte, zog sich in die Kühle der Häuser zurück.


Blick hinein – 31. Woche

6. August 2009

Die Geister die ich rief, sie werden mich noch bis in den Schlaf hinein verfolgen.

31te


ja – nein – abbrechen

5. August 2009

Irgendwie lief es einfach zu flüssig. Die Beschreibung eines geplanten Projektes hat die letzten Tage in Anspruch genommen. Die Zielgerade vor Augen hat mich dann die Konzentration auf die Vorfreude des letzten Speicherns gelenkt und auf die Frage „Wollen Sie die Änderungen speichern“ in das Tal der Tränen geschickt.

Vielleicht lag es auch an dem Schalk, der mir bei der Arbeit auf der Schulter sitzt und sich für einen winzigen Moment in ein Teufelchen verwandelt hat. Wie dem auch sei, das Drücken der Maustaste über dem „nein“ ließ die Tagesarbeit im Nirvana verschwinden und auch nicht wieder herstellen.

Schnell alles aus, nicht drüber nachdenken und in den Laken eingewickelt wegdämmern.

Ich höre schon die Verbessernden, die zeigefingerwedelnd und schnippisch grinsend, sagen werden, du musst doch regelmäßig zwischenspeichern. Habe ich aber nicht und so bleibt mir nichts anderes übrig als nachzusitzen.