25. September 2009
Der Blick hinein ist nach vorn, nach aussen gerichtet. Aus dem Atelier heraus in Richtung Norden. Salzluft riechen, den Kopf frei bekommen und dem Rauschen lauschen.
14 Tage unerreichbar sein (fast jedenfalls). Die Gedanken einfach fliessen lassen, im dampfenden Tee Geschichten lesen und dem Knistern des Holzfeuers zuhören.
Aus dieser Asche auftauchen, mit neuen Ideen die alten Bilder übermalen.
Also, bis in 14 Tagen. Ich schalte ab…
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Verfasst von veitraum
24. September 2009

„Zahnspange“, 2009, Acryl auf Spanplatte, 60 x 45 cm
Quellenangabe: Text mit freundlicher Genehmigung Judith Kuckart und Shirana Shabazi, „Wer dreimal die gleiche Bar betritt hat ein Zuhause im Stehen“, JRP Ringier Kunstverlag, Zürich 2006
„Zahnspange“ ist eine der Arbeiten, die von mir in der Jahresausstellung „Heimat, kein Plural!“ des BBK Braunschweig, in der Torhaus-Galerie, zu sehen sein wird.
Die Eröffnung der sehenswerten Ausstellung, die die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten des Themas und somit auch des Jahresprogramms widerspiegelt, erfolgt am 8. Oktober um 20 Uhr in der Humboldstrasse 34, in Braunschweig, und ist dann, zu den gewohnten Öffnungszeiten bis zum 8. November, in beiden Torhäusern, zu sehen.
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Verfasst von veitraum
21. September 2009

„Umkleideraum“, 2007, Mischtechnik auf Sperrholz, 100 x 261 cm (2-teilig á 100 x 130 cm)
Eine Arbeit aus der Serie von großformatigen Arbeiten, die über das ehemalige Wolfsburger Hallenbad entstanden sind. Die eingebundenen, als Grundlage für die Arbeit dienenden Fotografien sind entstanden, als sich das Gebäude im Übergang von seiner ursprünglichen, zu seiner jetzigen Nutzung als Zentrum Junger Kultur, befand.
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19. September 2009

„Flurstück 7/1″, 2005, Mischtechnik auf Spanplatte, 60 x 40 cm
aus der Multiple-Serie „Flurstücke“, die sich lediglich durch die Nummerierung unterscheiden. Sie entspricht den Nummerierungen in den Treppenhäusern der Gebäude, die zum PRORA-Komplex auf Rügen gehören.
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17. September 2009
An der Nord-, wie auch an der Südseite der Grube befinden sich Erhöhungen, von denen ein uneingeschränkter Blick hinein gewährleistet ist. Ich habe die Südseite erklommen und aus einem leichten Überhang blicke ich in die Fläche, die glänzt und spiegelt, die sich den Konturen der Grube angepasst hat.
Die Gedanken schweifen zu dem Modell, dass in perfekter Weise diese vor mir liegenden Konturen nachbildet. Ich werde es auf dem Arbeitstisch drehen müssen, damit ich genau diese, jetzt vor mir liegende Blickachse „nachsehen“ kann.
Das Bild des Modells überlagert die Realität. Ich sehe, wie sich die Fläche langsam von Norden her füllt. Dunkelheit bricht herein. Ein Lichtkegel wandert über die wogende Fläche, wirft Schatten. Von unten ist leicht der Geruch von feuchter Erde wahrnehmbar. Die Welt um mich herum hat sich aufgelöst, lässt mich ruhig sitzen.
Schlafwandler wollen nicht geweckt werden.
John Lennon säuselt mir ins Ohr, ich sei nicht der einzige Träumer. Gerne glaube ich ihm, verharre und spiele den Tropfen, der den Stein höhlt, damit diese Grube sich dem Modell angleichen kann.
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Verfasst von veitraum
4. September 2009
„Wie in Sizilien“ rief meine italienische Nachbarin lachend, als sie mich zu sich unter das Garagendach lockte, damit ich einen Blick in diesen riesigen Topf werfen konnte. Dieser Topf, den sie mit einem überdimensionierten Löffel seit über zwei Stunden bearbeitete und in dem die Tomatensoße für den gesamten Winter vor sich hin kochte. Stolz stand ihr Mann daneben und hörte zu, wie sie mir die Enstehung erzählte, von dem Reifen der 55 Kilo Tomaten, über das Zerkleinern, würzen, bis zu diesem Rühren und dann das Einmachen, um es auch im Winter gut zu haben. Der Mann, mit den Worten, besser als aus der Dose, brauchte mich nicht mehr zu überzeugen, denn schon der Geruch des kochenden Tomatenbreis, der seinen Duft in die Strasse verteilte und der mir schon beim Öffnen meiner Tür in der Nase lag, bedurfte keines weiteren Kommentars.
Und plötzlich war mir das Konzert der wundervollen Etta Scollo, die sich der Erforschung der traditionellen sizilianischen Musik und Lyrik verschrieben hat, aus der letzten Woche in Braunschweig wieder gegenwärtig, die, wenn sie auf die Frage woher sie kommt antwortet, immer nur von der Mafia hört. Eine Mafia, die allgegenwärtig ist, leise und unterwandernd und nicht mehr nur in Italien. Wie sagte Etta Scollo so schön, es wird Zeit, dass auf die Herkunftsfrage und die folgende Antwort ein Leuchten in den Augen des Fragenden erscheint: „Ah, Sizilien, da gibt es doch diese wunderbaren Orangen und die schönen Frauen“ und natürlich wunderbare Musik.
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Verfasst von veitraum